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PANTHEON, Rom

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Ein allen Göttern geweihtes Heiligtum. Ein zylindrischer Backsteinbau mit Giebelvorhalle, zwischen 118/125 und 128 n.Chr. im Auftrag von Kaiser Hadrian errichtet, ist der größte Rundtempel und Kuppelbau der Antike.Ein rechteckiger Tempelbau als Portikus ist mit einem Rundbau verbunden.

Zylinder und Kupppel alsals geometr. Elementarfiguren, beide aus dem gleichen Grundkreis von 43,30 m hervorgehend, bestimmen den Raumeindruck. In den Zylinder ist diese Kugel so einbeschrieben, daß ihre obere Hälfte als Kreiskuppel den Zylinder überwölbt, ihre untere als unsichtbare Sphäre den Grundkreis genau im Mittelpunkt berührt. Die halbkugelförmigen Kuppel überwölbt mit einer kreisrunde Lichtöffnung im Scheitel, Durchmesser 9 m. Die Wände sind durch Nischen, in denen die Götterbilder standen, und Säulen gegliedert. Durchmesser und Höhe des Raums sind gleich: 43,2 m.

Die innere Abtreppung der 140 Kassetten ist nicht auf den Kugelmittelpunkt in halber Raumhöhe, sondern auf den Mittelpunkt des Grundkreises zentriert. Für den Betrachter wird durch diese Aufhebung der perspektiv. Verzerrung die Kassettenstruktur voll wirksam und verleiht der Kuppel den fast schwebenden Effekt. Ihn verstärkt die Kreisöffnung im Kuppelscheitel als einzige Lichtquelle.

Seine besondere Funktion ergibt sich aus einem politischen Programm: der Eingliederung des AUGUSTUS und seiner Familie in den Kreis der röm. Staatsgötter und Heroen. Der Pantheon dient darüber hinaus dem Gesamtkult des sich ständig erweiternden Götterhimmels. Außerdem finden hier höchste Staats- und Gerichtsakte statt, anscheinend nach dem Vorbild der hellenistischen »Pantheia«, der allgemeinen Götterversammlung mit dem Kaiser in der Mitte. Die Kuppelform entspricht mit ihrer komplexen Symbolik der für das röm. Denken typischen Verbindung von Kult- und Staatsfunktion.

Der Durchmesser der Kuppel wurde die nächsten 1000 Jahre nicht mehr in der Spannweite übertroffen. Erst der Dom zu Florenz 1436 n. Chr. übertrifft das Pantheon.:K

 

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