<<


JEDER MENSCH IST EIN KÜNSTLER
 

Jeder von uns ist Teil einer Massengesellschaft, die die nationalen Grenzen schon hinter sich gelassen hat und sich nun global ausrichtet. Kern des gesellschaftlichen Lebens ist die Produktion und Konsumierung von Waren und Dienstleistungen. Welchen Stellenwert hat die Kunst in diesem Rahmen?

Das 19. Jahrhundert bezog die Funktion der Kunst vorwiegend auf Modelle des Freizeitgenusses (Musik,Theater,Bilder) als Gegengewicht zur gesellschaftlichen Realität der Arbeitswelt. Im Kunstwerk findet sich ein nicht erreichbares Ideal der moralischen und ästhetischen Läuterung. Ästhetik verstand sich als Verschönerung, sie wird gesellschaftlich getragen von den Kunst- und Heimatvereinen. Zur Verschönerung der Kleinstadt oder des Dorfes wurden Bänke und Denkmäler aufgestellt und Blumenrabatten anlegt. Eine moralische und sozialpädagogische Wirkung der Kunstwerke stand außer Frage.

 

Das 20. Jahrhundert brachte die Einsicht, daß eine Trennung von Arbeitsrealität und Kunst falsch ist. Joseph Beuys erkannte, daß alle Prozesse gestalterische sind und eine Trennung der Bereiche Wirtschaft und Kunst die Wirklichkeit falsch versteht und falsch mit ihr umgeht. Kunst ist kein komplementärer Bereich zur Arbeit.

Es gibt keine künstlerischen Freiräume, alles ist Teil einer verflochtenen Gestaltung, der Produktion und des Verbrauchs von Objekten. Welche Objekte gestaltet werden und wie sie gestaltet werden, das sind künstlerische Entscheidungen. Kunst bearbeitet nicht Randfelder , sondern die Kernfelder der Gesellschaft.

 

Hier setzt der Kunstunterricht, die Kunsterziehung an, das will der Unterricht vermitteln und praktisch gestalten. Das Tun setzt in der Selbsterfahrung an und reflektiert seine Ziele, Inhalte, Materialien und Methoden.Kein Thema bleibt grundsätzlich ausgeschlossen. Die freie Gestaltung ist die zentrale Wurzel unseres aufgeklärten abendländischen Menschenbildes und der Idee unserer Demokratie, aus der Freiheit heraus in Gleichheit und Brüderlichkeit zu gestalten.

 

Aber konkret, was haben wir in den letzten 25 Jahren gemacht?

Wir haben gemauert, gezimmert, Bilder und Plakate gemalt, gezeichnet, Hütten gebaut,ein Musical entworfen, Bücher gestaltet,Schallplattenhüllen und Tragetaschen, Briefmarken, mit dem Computer Entwürfe gefertigt -für die dann ausgeführte Bemalung der 40-Tonner Flotte der Firma Toshiba-. Transparente für den Earth Day in New York gemalt- einer unserer Schüler war dann nach New York eingeladen, Großplakate für Bushaltestellen-bei einer Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit-, Litfaßsäulen wurden gestaltet, Köpfe plastiziert, Autos designed, Architekturmodelle gebaut, etc. pp. Zudem haben wir jedes Jahr die ArtCologne besucht, Museen in Münster, Essen, Düsseldorf, und Darmstadt angefahren um wichtige Ausstellungen zu besuchen. Im Kant machen wir ständige Ausstellungen, gestalten Außenwände, Flure und Räume, Theateraufführungen und Musicalprojekte des Gymnasiums.

 

kunstwissen.de

 
>