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Arte Povera (seit 1957)
 

Arte povera handelt von der wichtigsten Strömung der italienischen Nachkriegskunst, die seit ihren Anfängen Ende der sechziger Jahre zahlreiche künstlerische Tendenzen inner- und außerhalb Europas beeinflußte.Minimal Art, Concept Art, Land Art und Arte Povera. Sie bildet einen bedeutenden Querschnitt durch die Hauptströmungen der europäischen und amerikanischen Kunst seit den 60er Jahren.

Arte Povera (ital. arme Kunst) wurde 1967 als Stilbezeichnung von dem Kunstkritiker Germano Celant geprägt und steht für eine Bewegung von bildenden Künstlern aus Rom und Norditalien zwischen 1957 - 1975.
Der "Arte povera" geht es darum, Banales zum Kunstwerk zu machen, wobei die Armut des Materials sowie die Armut der Mittel und Wirkungen das Charakteristikum ist. Mit unbearbeiteten einfachen Materialien (Filz, Pflanzen, Steinen etc. ) wurde mit Materialarmut versucht, Objekte, d. h. Urformen zu gestalten und die Ausdehnung der Sphäre des Sinnlichen zu erreichen. Die typischen Werke der Arte Povera sind räumliche Installationen aus alltäglichen Materialien (Erde, Glassplitter, Holz, Bindfaden, u.ä.). Kunstströmungen der 1960er/1970er Jahre wie Arte Povera, Concept und Pop Art zeichnen sich insbesondere durch eine neue Materialästhetik aus. Künstler verwendeten kunstfremde und kunsthistorisch noch nicht besetzte Materialien wie Blei, Fett, Draht oder auch Neon. Eine der ersten Ausstellungsräume von arte povera war der 1969 in München von Alfred Gulden und Freunden gegründete "Aktionsraum 1", eine Halle, in der Aktions- und Konzept-Kunst sowie Arte Povera gezeigt wurde.

Das Bestreben der Arte Povera Künstler, das Kunstwerk von seinem Sockel herunterzuholen, hat zu einer Erweiterung der Form und des Umgangs mit Material geführt: Das banalste und unbedeutendste Ding kann sich zu einem bedeutungsvollen Element im Kunstkontext transformieren. Was zur Folge hatte, dass sich das Spektrum der Materialverwendung und der stilistische Einsatz von Mitteln radikal erweitert haben. Der Wunsch, die Grenzen von Kunst und Leben zu erweitern, hatte zudem zu einer prozessualen Vorgehensweise geführt. Vergängliche Installationen und für den Augenblick gedachte Aktionen bestimmten Ende der sechziger Jahre das Bild der Arte Povera, die von Germano Celant dann auch als „Azione Povera“ betitelt wurde. In den Arbeiten der späteren Jahre ist diese radikale Befreiung der Form selbstverständlich geworden, traditionelle Formen finden gleichberechtigt wieder Eingang in das künstlerische Schaffen.

 

Die bedeutendste Sammlung von Künstlern der Arte Povera außerhalb Italiens befindet sich heute im Kunstmuseum Liechtenstein.

 

Wichtige Künstler aus Italien:

  • Giovanni Anselmo (*1934)
  • Alighiero Boetti (*1940-gest. 1994)
  • Castelliani
  • Gino de Dominicis
  • Luciano Fabro (*1936)
  • Alfred Gulden
  • Jannis Kounellis (*1936)
  • Piero Manzoni (1933-1963)
  • Mario Merz(*1925)
  • Giulio Paolini(*1940)
  • Pino Pascali (*1935-gest. 1968)
  • Giuseppe Penone(*1947)
  • Vettor Pisani geb. 54
  • Michelangelo Pistoletto(*1933)
  • Salvo (Salvatore Mangione)
  • Gilberto Zorio(*1944)

Nahestehende Künstler aus Deutschland;Schweiz:

  • Joseph Beuys , Anna Oppermann, Spoerri, Ruthenbeck

 

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