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1984 wiederholte der Maler und KonzeptKünstler Mike Bidlo das Gemälde " Les Desmoiselles d´Avignon" in der Galerie von Gagosion in New York. Das war der Beginn der Appropriationskunst. Es folgten weitere Gemälde nach Picasso.

Elaine Sturtevant kopierte in den frühen 1970er Jahren Werke u. a. von Robert Rauschenberg, Andy Warhol, Jasper Johns und Frank Stella mit Siebdruck bzw. Farbe, also in den Originaltechniken. Es wird überliefert, dass ihr einige Künstler, die sie kopierte, Ratschläge zur Technik gaben.

Richard Pettibone hat häufig Warhol kopiert und sich zu ihm in folgendem Verhältnis gesehen: „Ich bin ein sorgfältiger Handwerker, er ist ein Schlamper.“ Pettibones Imitate tauchen in den grossen Auktionen von Sotheby's auf

Mike Bidlo führte eine Performance nach einer biografischen Anekdote durch, bei der er als Jackson Pollock verkleidet in einen offenen Kamin urinierte. Für seine Ausstellungen ließ er Kunstwerke von Andy Warhol oder Constantin Brancus, in Serie fertigen.

Louise Lawler fotografierte Kunstwerke in den Wohnzimmern von Kunstsammlern und in Museen in situ, also mit ihrer jeweiligen Umgebung.

Die Fotoserie "History Portraits" von Cindy Sherman und andere Werke , auf denen sie sich nach Art Alter Meister kostümiert und inszeniert.Dabei verwendet Sherman häufig bewusst schlampige Kostümierungen und grobes Make-Up, so dass die Inszeniertheit im Bild erkennbar bleibt.

Jeff Koons machte Kopien in Edelstahl vom "Kiepenkerl " in Münster, Germany .

Sherrie Levine kopierte Fotografien von Walker Evans , die sie aus Bildbänden abfotografierte und unter dem Titel "After Walker Evans" unter ihrem Namen ausstellte.

Vorausgegangen war im Herbst 1977 die von Douglas Crimp kuratierte Ausstellung "Pictures", im New Yorker Artists Space. Die gezeigten Künstler waren Sherrie Levine, Jack Goldstein, Phillip Smith, Troy Brauntuch und Robert Longo. Cindy Sherman hatte im Jahr zuvor eine Einzelausstellung bei Artists Space gehabt, sie wurde in Douglas Crimps überarbeiteter Fassung des Katalogtextes erwähnt, der 1979 in der marxistischen Kunstzeitschrift "October" erschien.

Das Kopieren von Kunst als Appropriation Art, geschah offen und bewusst und mit strategischer Überlegung. Der Akt des Kopierens und das Resultat selbst werden als Kunst verstanden (Normalerweise ist es sonst Plagiat oder Fälschung). Hier werden Fragen über die Definition von Kunst und der Urheberschaft gestellt. Diese Fragen sind heute in der wirtschaftlichen Verwertung zentrale Fragen geworden. Also die Frage : Was ist ein Original und was ist das Urheberrecht? Der Akt der Aneignung stellt folgende fundamentale Kategorien der Kunstwelt in Frage: Autorenschaft, Originalität, Kreativität, geistiges Eigentum, Signatur, Marktwert, Identität. Dabei konzentriert sie sich auf Paradoxien und Widersprüche und macht diese sichtbar und ästhetisch erfahrbar.

Appropriation Art ist jede Vorgehensweise die sich mit vorgefundenem ästhetischem Material beschäftigt ( Malerei, Pressephotographie,Werbephotographie, Film, Videos etc.)Die Kopie kann dabei ganz exakt sein; es werden aber auch oft in der Kopie Manipulationen an Größe, Farbe, Material und Medium des Originals vorgenommen. Die Kopie kann in kritischer Absicht oder als Hommage erfolgen. Die konzeptuellen Strategien der Appropriation Art als Dekonstruktion, als Medientheorie und legen Intertextualität nahe. Künstlerische Techniken wie Zitat, Anspielung, Travestie, Parodie und Pastiche, die generell als Merkmale der Kunst der Postmoderne gelten, sind Bestandteil des kopierten Werkes. Da viele Strategien der Appropriation Art auf das Kunstsystem selbst ausgerichtet sind, kann man auch von Metakunst oder von Selbstreflexion des Kunstsystems sprechen. Damit ist Appropritationskunst eine Kunstrichtung, die aktiv die Bedingungen und Grenzen der Kunst auslotet und das Kunstsystem zwingt, sich neu zu definieren.

Das Whitney Museum of American Art ,New York und das Museum of Contemporary Art , Los Angeles veranstalten 1989 große Retrospektiven der >Pictures Generation<, im Jahr 2009 zeigte das Museum of Modern Art in New York das Frühwerk von dreißig Künstlern der New Yorker Kunstszene der 1970er Jahre in der von Douglas Eklund kuratierten Ausstellung >The Pictures Generation, 1974–1984.<

Zu dieser Pictures Generation zählen Louise Lawler, Barbara Kruger, Richard Prince, Sarah Charlesworth, aus der Kunstszene in Buffalo, NY, stammten Robert Longo, Cindy Sherman, Nancy Dwyer, Charles Clough und Michel Zwack. Die wichtigste „Brutstätte“ der Bewegung war John Baldessaris Seminar am >California Institute of the Arts < in Los Angeles, an dem David Salle, Jack Goldstein, James Welling, Matt Mullican, Barbra Bloom, Ross Bleckner und Eric Fischl studierten.

 

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